Mittwoch, 18. Januar 2017

Hufrehe behandeln & Homöopathie bei Hufrehe



Hufrehe behandeln: aber ganzheitlich!

Das Prinzip bei der Behandlung der Hufrehe besteht in dem Versuch,
1. die Ursache zu erkennen (hinschauen: auch auf die Füße…)
2. die Ursache zu beheben und
3. das Ausmaß und die Folgen der Hufrehe bestmöglich zu minimieren.

Dies kann sehr gut gelingen, wenn die Ursachenforschung und Behandlung schnellstmöglich eingeleitet wird und statt viel „Murks“ effektiv behandelt wird, sowohl innerlich wie auch lokal. Eine lokale Behandlung ist dabei meist erst dann möglich, wenn die akute bzw. ganz akute Entzündungsphase überstanden ist, da das Pferd in dieser kaum einen Huf geben kann. Erste Maßnahme ist also, die Entzündung einzudämmen, hier liegt die absolute Priorität bei der Hufrehetherapie

Zweite Maßnahme ist, daran zu arbeiten, dass die äußere Hufkapsel „in Ordnung kommt“, damit die oft im Zuge der Hufrehe erst diagnostizierte Hufbeinrotation und Hufbeinsenkung reguliert wird. Hat man die Entzündung „im Griff“ ist man auf dem besten Wege, den Rest auch noch hinzubekommen, sofern man ganzheitlich vorgeht und alles beachtet (nicht nur innerlich, auch äußerlich..).

Da mich das Thema Hufrehe seit so langer Zeit begleitet und ich mich anhand meiner vielen vierbeinigen Hufrehe Patienten immer wieder fragte, was wir eigentlich falsch machen und was wir eigentlich übersehen bei diesen immer weiter zunehmenden Hufrehe „Fällen“, habe ich meine Sicht auf die Hufrehe nach all den Jahren, in denen Hufrehe sozusagen wie die Luft zum Atmen zu meinem Leben gehört, jetzt einmal zusammen gefasst in meiner neuen Website Hufrehebehandlung.eu. Die Hufrehebehandlung.eu zeigt die Hufrehe, wie ich sie heute sehe und dies ist so ganz anders, wie früher und so ganz anders, wie die allgemeine Sicht.


„Meine Hufrehebehandlung beschäftigt sich intensiv mit allen Themen rund um die Hufrehe und mit meinem heutigen Blickwinkel auf die Hufrehe. Und: sie ist einfach einmal anders, als alles, was man heute im Internet über Hufrehe liest, sie setzt sich kritisch mit vielen Themen auseinander, da ich einfach einmal einen Einblick in die Hufrehe Praxis, in meine Praxis, geben möchte und nicht Einblicke in graue Theorien, die wir so häufig lesen!“




Ein Schwerpunkt meiner Therapien liegt seit vielen Jahren in der Homöopathie bei Hufrehe. Meist beginnt die Behandlung durch mich leider erst dann, wenn der Tierarzt keine Behandlungsmöglichkeiten mehr sieht und den Pferdemenschen nahe legt, ihr von Hufrehe betroffenes Pferd zu erlösen. Dies ist meist die Zeit für einen Anruf im Tierheilkundezentrum.“ 

Wie erfolgreich die Homöopathie bei Hufrehe ist, lässt sich anhand von zahlreichen Erfahrungsberichten nachvollziehen. Vor diesem Hintergrund ist die Homöopathie bei Hufrehe eine echte Chance für das betroffene Pferd.

Eine homöopathische Therapie führe ich überregional im Wege der Biofeld-Haaranalyse durch.

Die homöopathische Therapie

Homöopathische Mittel wirken über Information. Informationen werden im Wege von Selbstheilungskräften, welche vorhanden sein müssen, verarbeitet.

Welche homöopathischen Mittel verordnet werden, hängt ganz individuell vom Einzelfall ab. Ausschlaggebend ist die individuelle Situation des Pferdes und die Ursache bzw. Ursachen der Hufrehe.

Es gibt auch in der Homöopathie nicht das Allheilmittel; daher sollte eine Therapie bei einer Hufrehe, wie auch bei jeder anderen Erkrankung, die Ursachen und die Symptome miteinbeziehen.

Oft wird bei Hufrehe Nux vomica verordnet, welches das passende Mittel bei einer Plünderung der Hafertonne wäre, welche sich auch durch Blähungen und Verdauungsprobleme zeigt, jedoch keinerlei Wirkung, beispielsweise bei einer Belastungsrehe erzielen kann.

Homöopathische Mittel sollten daher gut und den Einzelfall betrachtend ausgewählt werden.
Im Wege der Haaranalyse teste ich die passenden Mittel aus und stimme die homöopathische Therapie auf das individuelle Pferd oder Pony ab.

Grundsätzlich gibt es jedoch auch Kombinationen bestimmter homöopathischer Einzelmittel, die sich – allein oder auch mit den jeweils zusätzlich individuell passenden Einzelmitteln – in der Homöopathie bei Hufrehe bewährt haben.




Montag, 16. Januar 2017

Diagnose Hufrehe (Teil 2)



Die Zusammenhänge zwischen Hufrehe & Cushing und Equines metabolisches Syndrom bzw. Insulinresistenz habe ich mir auch einmal näher angeschaut und bin auch hier zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen, nämlich, dass es bei intensiver Betrachtung – aus ganz verschiedenen – Gründen in der Praxis wohl kaum Zusammenhänge gibt, da sie in der Regel keine Auslöser und Ursachen einer Hufrehe sind.


"Und doch: Die Hufrehe Fälle nehmen stetig zu… So meine ich, sollten wir uns einmal Gedanken machen, woran dies liegen kann. Dies habe ich in all den letzten Jahren eindringlich getan und ich denke, der heute häufigste Auslöser einer Hufrehe ist die Hufsituation selbst!"


Denn komischerweise schaut niemand einmal auf die Pferdefüße. Dass die desolate Hufsituation selbst DER Hufreheauslöser ist, dies kommt überhaupt niemanden in nur dem kleinsten Gedanken. Die Hufe selbst sind an der Hufrehe Erkrankung so ziemlich das Uninteressanteste überhaupt, niemand schaut sie an, niemand interessiert sich für die Pferdehufe. Weisen wir die Pferdemenschen aufgrund von Huffotos daraufhin, dass großer Bedarf besteht, die Hufsituation zu optimieren, bekommen wir Antworten wie:


„Die Hufqualität ist gut, der Hufpfleger/Hufschmied/Huforthopäde kommt regelmäßig alle 8 Wochen und ist zufrieden“… ja mei, das ist echt unglaublich! Die Fotos dokumentieren Schlimmes, die Hufe sind schief, krumm, die Zehen sind mehrere Zentimeter zu lang, der Strahl ist verkümmert, der Beschlag ist grottenschlecht gemacht usw.; aber: Nun denn, der Hufpfleger ist zufrieden, dann das Frauchen auch!



 
Wir sind heute blind geworden für desolate und wirklich schlimme Hufsituationen, wir erkennen diese nicht einmal, und: nicht nur wir, auch die meisten Hufschmiede, Hufpfleger und Huforthopäden leiden an dieser Blindheit! Sind die Füße dermaßen schlecht zubereitet, so liegt der Grund für den akuten Hufreheschub zu 99 % in der Hufsituation selber, auch, wenn dies wohl keiner glaubt. Zumindest für mich ist das eine unverrückbare Tatsache und tägliche regelmäßige Praxis, traurig genug! Vorallem ist es wirklich traurig, dass sich wirklich niemand für die Pferdefüße interessiert, Pferdehufe sind scheinbar wie Pest & Cholera gleichzeitig. Das Thema wird überhaupt nicht ernst genommen und erweckt keinerlei Interesse!
 

"Wir werden es nicht schaffen, die Hufrehe Fälle zu minimieren, wenn wir nicht einsehen, dass die Hufsituation DAS Faktum bei der Hufrehe ist. Wir sollten das endlich begreifen und aus der Vergangenheit lernen, denn alle Maßnahmen, die bisher getroffen werden und in der Praxis regelmäßig eingesetzt werden (strengste Diät, Heu waschen, kein Gras, kein Zucker, kein Getreide, Behandlung von Pseudocushing und EMS usw.) führten letztlich dazu, dass die Hufrehe Fälle dennoch immer weiter steigen. Dies sollte doch für jeden betroffenen Pferdemenschen ganz deutlich zeigen, dass dieser Weg definitiv der Falsche ist!

Was glaubt Ihr, warum Eure Pferde immer und immer wieder trotz konsequentester Einhaltung sämtlicher bekannter Maßnahmen erkranken? Weil diese Maßnahmen alle richtig sind? Nein, doch wohl eher, weil gerade diese Maßnahmen falsch sind und das Problem einfach an ganz anderer Stelle sitzt, nämlich bei den Pferdehufen, die ihr alle so geflissentlich außer Acht lasst!

Ich habe selbst viele Jahre gebraucht, um das zu verstehen, doch: ich habe verstanden, endlich!"


Meine Behandlung der Hufrehe
Wichtig ist mir, die Hufrehe an den Ursachen anzupacken und ganzheitlich zu behandeln! Alles andere zeigt langfristig wenig Erfolg, weil eine Unterdrückung von Schmerz keine Heilung ist und weil ein orthopädischer Hufbeschlag – wenn überhaupt – nur eine sehr kurzfristige Lösung ist und das Problem Hufrehe nicht „an der Wurzel“ anpackt, es also früher oder später zum erneuten Hufreheschub oder zu anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates – verursacht durch den Hufbeschlag – kommen kann. Meine Behandlung der Hufrehe ist grundsätzlich frei von jedweden schädlichen Nebenwirkungen und konzentriert sich neben den Erstmaßnahmen wie Entzündungshemmung, Durchblutungsförderung und der Ausleitung von Entzündungsprodukten durch Unterstützung der Entgiftungsorgane Leber und Nieren und der Blutverflüssigung auf die Ursachen der Hufrehe. Denn nur wenn die Ursachen langfristig beseitigt werden kann unser Pferd auch dauerhaft ohne jedwede Hufreheschübe leben.
Zur Ursachenforschung und Ausarbeitung eines individuellen und Ursachen bezogenen Therapievorschlages nutze ich die Biofeld-Haaranalyse, die unabhängig vom Wohnort überregional von mir durchgeführt wird. Meine Therapie ist grundsätzlich eine homöopathische Behandlung der Hufrehe, die der Pferdebesitzer 1 – 2 x täglich verabreicht. Je nach ermittelter Ursache der Hufrehe erfolgen dann weitere Maßnahmen zur Regulation, wie beispielsweise eine Optimierung der Hufsituation oder die Therapie weiterer Krankheiten, die in Verbindung mit der Hufrehe stehen oder sogar Hufrehe Auslöser sind.


Parallel zur Therapie empfehle ich die Fütterung von Nehls Rehe-Ex und Nehls Hufelexier. Besteht die Hufrehe länger als 4 Wochen oder ist sie besonders massiv, empfehle ich zusätzlich Lauf-Fit und Muskel-Stark in der Fütterung einzusetzen. Als Krippenfutter sind Nehls Pferdefutter Rehe, Nehls Pony Futter, Nehls Horsewellness-Cobs oder eines meiner Getreide freien Pferde- bzw. Kräutermüslis bei Hufrehe gut geeignet, da der verringerte Nährstoffbedarf aufgrund der Hufrehe berücksichtigt wird und sämtliche meiner Pferdefuttersorten rein natürlich sind und ohne jedwede Zusatzstoffe von Hand, also handverlesen, hergestellt werden.
Allgemein hat sich Nehls Vet Komplex Nr. 2, Nr. 4, Nr. 5 und ggf. Nr. 7 bei Hufrehe sehr gut bewährt. Meine homöopathischen Tierarzneimittel entsprechen der Komplementärhomöopathie und sind bewährte Komplexmittel bei Hufrehe.



(http://hufrehebehandlung.eu/)

Diagnose Hufrehe



Die Hufrehe wird als Pododermatitis aseptica diffusa , das heißt als eine diffuse (= unklare) und nicht eitrige Huflederhautentzündung, bezeichnet.

Die Hufrehe wurde bereits im Altertum beschrieben, aber bis heute wissen wir im Grunde sehr wenig über die wirklichen Auslöser und Ursachen in der Praxis. Es gibt einige auslösende Faktoren, die bekannt sind, andere wiederum sind lediglich Mutmaßungen, da die diesbezüglichen Studien eher praxisfern sind und daher nicht auf das wahre Pferdeleben übertragen werden können.

Da es eine Vielzahl auslösender (zum großen Teil im wahren Pferdeleben auch angeblich auslösender…) Faktoren zu geben scheint und das Prodromalstadium klinisch unauffällig ist, kann die Diagnose Hufrehe immer erst dann gestellt werden, wenn die Hufrehe bereits eingetreten ist, denn der akute Hufreheschub kündigt sich in der Regel nicht großartig an, obwohl es auch hier Ausnahmen gibt. Im Vorfeld sind oft nur so kleine Veränderungen bemerkbar, dass diese meist nicht zur Kenntnis genommen werden (beispielsweise ein kurzes Zögern vor dem ersten Schritt, minimale Wendungsschwierigkeiten, leicht fühliges Gehen, „ungerne“ Hufe geben…).


 Das Krankheitsbild der Hufrehe ist vielgestaltig, da meist über die individuellen Ursachen nur spekuliert werden kann. Selten gibt es Fälle mit so klarer Vorgeschichte, dass DIE Ursache eindeutig ist. Meist sind Auslöser und Ursachen rein spekulativ.
 
Die meisten unten genannten Auslöser und Ursachen beruhen auf der Theorie, dass die Hufrehe durch eine geschädigte und somit durchlässige Darmschleimhaut entsteht, durch die Toxine aus dem Darmbereich in die Blutbahn gelangen.
Bestimmte Stoffe führen zu einer explosionsartigen Vermehrung von Toxinen, die in die Blutbahn wandern und somit eine „Vergiftung“ auslösen (einfach dargestellt...). Es kommt zu einer Übersäuerung des Darminhaltes und diese Übersäuerung schädigt die im Darm lebenden „guten Bakterien“. Die sich explosionsartig vermehrenden Giftstoffe werden freigesetzt und überschwemmen so das Blut mit Toxinen (endogen gebildet oder exogen zugeführt).

Vermutet werden folgende Ursachen und Auslöser
  • Adipositas und damit einhergehende Stoffwechselbeeinträchtigungen
  • Übermäßige Kraftfuttergabe (Getreidestärke, Kohlenhydrate, Eiweiß), entweder durch Plünderung der Hafertonne (Futterexzess) oder auch durch langfristige falsche und Stärke, Eiweiß oder Kohlehydat reiche Fütterung
  • Und ganz allgemein die bekanntesten Auslöser Stärke, Kohlenhydrate, Protein, Zucker, Fruktan, Inulin, Insulin
  • Fruktan bezogen auf Gras
  • hormonelle und/oder metabolische Störungen
  • Equines metabolisches Syndrom
  • Insulinresistenz
  • Hypophysäres Cushing-Syndrom
  • Intoxikation
  • Giftpflanzen, Giftstoffe, Toxine (= Vergiftungen verschiedenster Genese)
Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
  • wie Diarrhoe, Colitis X / Typhlocolitis, Salmonellose, Clostridiose, Dickdarm-Obstipationen
  • Primäre Magenüberladung
  • Kaltwasser-Aufnahme nach Überhitzung
  • Erkrankungen des weiblichen Genitaltraktes, wie Endometritis (Gebärmutterentzündung), Retentio secundinarum (= Nachgeburtsverhaltung)
  • Allgemeininfektionen (Infektionskrankheiten), z.B. Pleuropneumonie etc.
  • Hufrehe aufgrund zu wenig Bewegung (lange Boxenruhe, Transportrehe…)
  • Lokale Ursachen begründet in der Hufsituation/Hufbeschlag
Ganz allgemein werden auch noch weitere Ursachen benannt, das Repertoire ist fast unendlich…


 Auch ganz interessant finde ich die iatrogene Hufrehe
Unter iatrogene Hufrehe fasst man die Hufrehefälle zusammen, die durch eine veterinärmedizinische Behandlung ausgelöst werden. Früher waren dies in erster Linie Abführmittel, heute tritt hauptsächlich die glukokortikoidtherapieassoziierte Hufrehe auf.  Mit Darmmukosaschäden assoziierte Hufrehe kann iatrogen auch indirekt durch überdosierte nicht-steroidale Antiphlogistikagaben, insbesondere Phenylbutazon durch dessen ulcerogene Wirkung entstehen. Auch Antibiotika kann im Zuge der Behandlungen von enterocolitischen Krankheiten (ggf. auch darüber hinaus...) Hufrehe auslösen. Auch verschiedene chirugische Eingriffe, z. B. der Nervenschnitt oder zur längeren Entlastung zwingende Eingriffe an Gelenken können zur iatrogenen Hufrehe führen, wobei es hier auch oft zur Überbelastung der unbehandelten Gliedmaße kommt.

Medikamente
  • Glukokortikoide (sprich Kortison)
  • Antibiotika
  • Phenylbutazon (wird regelmäßig verordnet..)
  • Aloe, Rizinus (stark wirkende Laxantien, sog. Drastika, wurden früher oftmals als Abführmittel eingegeben und lösten Hufrehe aus)
Medikamentenverursachte Hufrehe – Am Beispiel: Phenylbutazon (gilt aber auch für andere NSAID, wie Metacam, Finadyne..)
Phenylbutazon ist in der Veterinärmedizin „das Mittel der Wahl bei Hufrehe“ und wird bei meinen Patienten so gut wie immer und sofort verordnet!

Phenylbutazon gehört zu den nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID). In einigen Fällen wurde von Reheerkrankungen nach Abusus
von Phenylbutazon berichtet. Heute vermutet man aufgrund zunehmender Erfahrungen allerdings (jedoch eher hinter „vorgehalter Hand“), dass die Dosierung beim Auftreten einer Hufrehe durch Phenylbutazon keine besondere Rolle zu spielen scheint. Es kam sowohl bei leichten, mittleren wie auch hohen Dosierungen zur Hufrehe und sowohl bei einer Anwendung wie auch bei längerer Verabreichung. In einem Falle hatte ein 6 Monate altes Fohlen an allen vier Hufen nach 10 g Phenylbutazon per os als Einzeldosis anhand einer hierdurch aufgetretenen Kolik ausgeschuht (Verlust der Hornkapsel). Bei der Sektion des Fohlens wurden u.a. eine partielle Kolonnekrose und schwere Nierenveränderungen gefunden. Die schädigende Wirkung des Phenylbutazons dürfte, wie bei anderen nicht-steroidalen Antiphlogistikagaben, in der kolonschleimhautschädigenden Wirkung, die besonders bei Ponys und Fohlen gefürchtet ist, ihre Ursache finden. Insbesondere bei Ponys ist die Gefahr schädlicher Wirkungen bekannt und besonders hoch!

Ich finde es übrigens sehr sehr schwierig, hier nur annähernd praktikable Ergebnisse in der Praxis zu erzielen, denn die mit Phenylbutazon behandelten Pferde und Ponys haben ja (bei Verabreichung bei Hufrehe…) bereits eine Hufrehe. Wer will also da jetzt noch beurteilen, ob die Verabreichung von Phenylbutazon kontraproduktiv ist bzw. eine Hufrehe fördert? Wird die Hufrehe nicht geheilt und das Pferd erlöst, wer sucht oder sieht da dann noch einen Zusammenhang zu Phenylbutazon? Wohl niemand! Dann heißt es „die Hufrehe war leider nicht zu stoppen“ und warum wird niemand je erfahren…


„Schaut man sich die heutige Behandlung der Hufrehe an, ist es zumindest für mich unfassbar, dass fast in allen mir bekannten Fällen Phenylbutazon verordnet wird und die Gabe als höchstwirksam und effektiv bei Hufrehe angepriesen wird!“


Medikamentenverursachte Hufrehe – Antibiotka
Antibiotikagaben (Tetrazykline, Trimethoprim/Sulfonamid-Präparate, Gentamicin, u.a.) werden als Auslöser für antibiotikaassoziierte Diarrhoen (Durchfall), aber auch schwere Colitis X (Typhlocolitis) angesehen. Hufrehe tritt bei Pferden, die die akute Erkrankung mehrere Tage überleben, häufig als Folge der Colitis X (Dickdarmentzündung) auf. Hier wird davon ausgegangen, dass Antibiotikagaben und deren Folgen für die Darmflora und –mukosa indirekt Hufrehe auslösen können und dass die so verursachte Hufrehe auch als iatrogene Hufrehe angesehen werden kann. Diese negativen Erscheinungen auf die Darmflora können bei allen Antibiotika Therapien auftreten, nicht nur bei der Colitis X, wo eine Hufrehe recht häufig als Folge auftritt. Diese Hufrehe wird bei korrekter Indikationsstellung für die Antibiotikatherapie jedoch als unvermeidlich angesehen…

Hufrehe nach chirurgischen Maßnahmen
Im weitesten Sinne könnte man unter iatrogener Hufrehe auch eine solche Hufreheerkrankung verstehen, die im Zusammenhang mit einer chirurgischen Therapie und lokalen Maßnahmen auftritt. Zu nennen wäre das Ausschuhen infolge Lederhautnekrose nach Hautdruckschäden unter Hartschalenverbänden, aber auch die Überbelastungsrehe an einer Gliedmaße, die durch eine komplikationsbehaftete Behandlung der Partnergliedmaße auftritt (Belastungsrehe). Dazu kann es z.B. durch septische Arthritis nach Gelenkoperationen oder -injektionen kommen sowie auch das Ausschuhen aufgrund hoher Neurektomie (Nervenschnitt) und Hufrehe durch Verbandsdruck.


„Ich würde mir wünschen, dass Tierärzte über die Gefahren der Nebenwirkungen aufklären würden, bevor Medikamente verabreicht werden und bevor ggf. Hufrehe auslösende chirurgische Maßnahmen zum Tragen kommen…“


Es gibt also eine ganze Menge potentieller oder auch nur angeblicher Auslöser in der Theorie. Viele dieser Auslöser haben auch ihre Berechtigung und sind tatsächlich Auslöser und ursächlich für die Hufrehe, andere jedoch nicht, jedenfalls nicht im wahren Pferdeleben, sondern nur in „grauer Theorie“!

Wie gesagt, ich kann lediglich von meinen Erfahrungen, diese jedoch mit vielen hunderten von Pferden, Ponys und auch einigen Eseln und sogar Bullen und Kühen sprechen. Ich finde die meisten oben genannten Auslöser nicht in der Praxis vor, zumindest nicht besonders häufig und auch nicht regelmäßig. In der Praxis gibt es relativ wenig Fütterungsrehen, da wir Pferdebesitzer ja inzwischen so aufgeklärt sind, das Gras zum Luxus für Pferde wurde, nur noch wenig Getreide und Zucker, wenn überhaupt, gefüttert wird und auch sonst sind wir, was die üblichen Auslöser betrifft, extrem vorsichtig geworden. Die meisten Pferde und Ponys bekommen nur noch Getreide freies Müsli und bei chronischer Hufrehe ist die Fütterung meist wirklich krass, da gibt es so gut wie nichts mehr, keine Weide, kaum Heu, wenn dann stundenlang gewässert (meist sogar solange, bis es verkeimt ist, Hauptsache der böse Zucker ist raus…) und auch sonst passen Pferdeleute heute extrem auf, dass die Fütterung in normalen Bahnen verläuft, keine Futterexzesse oder ähnliches.



(http://hufrehebehandlung.eu/)